8000 KM mit der Kutsche für ein gentechnikfreies Europa




Bio-Verbraucher e.V. – Info-Brief 20/ Oktober 2009


Liebe Leserinnen und Leser,


Finanz-, Staats- und Wirtschaftskrisen treffen uns alle. Lassen Sie uns deshalb einmal in diesem Info-Brief auf Möglichkeiten zu ihrer Überwindung bzw. Vermeidung eingehen.
Der Sozialismus brach zusammen, weil sich der Einzelne der Volksgemeinschaft unterzuordnen hatte, sein schöpferisches Potential nicht ausreichend genug zur Geltung kommen konnte. Der Neo-Liberalismus gerät ins Wanken, weil die Gemeinschaft einzelnen Individuen und Institutionen keine Grenzen setzt in der hemmungslosen Geldmengenvermehrung - losgelöst von der Realwirtschaft. Es wurde und wird zu viel Geld/ Kredit in Umlauf gebracht, und Geld/ Kredit bedeutet immer Guthaben u n d Schulden in gleicher Höhe. Werden viele kleinere Schuldner oder/ und ein bedeutender Schuldner zahlungsunfähig, platzt die Blase und es kommt zu einer Finanzkrise mit all den Folgen für die Wirtschaft, die wir jetzt erleben. Finanzkrisen mit anschließenden Wirtschaftszusammenbrüchen sind systemimmanent und können erst vermieden werden, wenn man sich zu einer spekulationsfreien Weltwährung entschließt, etwa in dem Sinne, wie von dem britischen Volkswirtschaftler John M. Keynes 1944 in Bretton Woods vorgeschlagen. Diesmal sprangen die Staaten mit gewaltigen Kredit-, Bürgschafts- und Konjunkturpaketen ein, aber es muss klar sein: Die Sozialisierung der Verluste kann nicht beliebig oft wiederholt werden. Bei der nächsten Finanzkrise (Die Banken zocken schon wieder!) ist auf staatliche Hilfen kaum mehr zu hoffen; viele Länder haben künftige Generationen schon jetzt auf unerträgliche Weise belastet und sich selbst für die Zukunft weitgehend handlungsunfähig gemacht.

Eine strenge Regulierung der Finanzströme und eine umfassendere Bankenaufsicht sind das Gebot der Stunde. Harald Schumann (Die Globalisierungsfalle, Der globale Countdown) schlägt die Begrenzung des Kreditschöpfungspotentials auf 1:10 (1 Teil Eigenkapital, 10 Teile Fremdkapital, nicht wie jetzt 1:50) vor. Außerdem müssen gefährliche Kreditderivate und die Auslagerung von Bankgeschäften in Steueroasen, die der Bankenaufsicht entzogen sind, unterbunden werden.

Neben der Finanzkrise ereignet sich seit Jahrzehnten für jeden sichtbar und für viele schmerzlich erfahrbar eine gewaltige Vernichtung von Wirtschaftspotential – immer mehr Unternehmen und Arbeitsplätze gehen verloren. Die Vernichtung von Wirtschaftspotential ist ebenfalls systemimmanent, denn im Wettbewerb überlebt der Fitteste, so die Lehrmeinung. Hinterfragen wir dieses Postulat, zeigt sich jedoch: Egal, wie gut deine Produkte sind, deine Marktperformance ist, dein Unternehmen, dein Arbeitsplatz ist im herrschenden System früher oder später gefährdet. Ist dein Angebot von ungenügender Qualität oder veraltet, wird dich die Konkurrenz überflügeln und du machst pleite (gewollte Marktbereinigung im Sinne des Systems). Sind deine Produkte/ Dienstleistungen marktkonform, hast du Erfolg, so wird dein Unternehmen zum Begierdeobjekt für die Konkurrenz. Sie kauft dein Unternehmen auf - eventuell auch gegen deinen Willen - (feindliche Übernahme), um dich als Konkurrenten auszuschalten. Dadurch entstehen immer mehr Oligopole und Monopole (Achillesverse der Marktwirtschaft), die den Wettbewerb aufheben und höhere Preise durchsetzen können. Lösungsansätze für diese Problematik hat z.B. Udo Herrmannstorfer aufgezeigt in seinem Buch „Scheinmarktwirtschaft – Die Unverkäuflichkeit von Arbeit, Boden und Kapital“, Stuttgart 1991. Durch Volksgesetzgebung auf Bundesebene könnten wir in diesen wichtigen Fragen mitentscheiden. Eine Petition ist in Vorbereitung (siehe www.volksgesetzgebung-jetzt.de).

Vielen Spitzenmanagern großer Konzerne geht es in erster Linie nicht um die Versorgung der Wirtschaft mit Gütern und Dienstleistungen sondern um hohe Gewinnausschüttungen und ein unverschämt hohes eigenes Einkommen (Gehalt und Boni). Gibt es Alternativen zur Aktie als Eigenkapital- oder Risikokapitalbringer? Hakan Blomberg zeigt eine auf (Rubrik 1/ Assoziative Zusammenarbeit). Ist die Begrenzung von Managerbezügen/ ein gerechtes Einkommen für alle denkbar? Michael Rist stellt ein Bedarfsdeckungsmodell vor (Rubrik 7/ Verbrauchermeinung).

Mit herzlichen Grüßen
Ihr Wolfgang Ritter


___________________________________________

Veranstaltungen


Sa, 10.10.09, 14.30 Uhr
Aktion „Zukunft säen!“ bei Hofgemeinschaft Vorderhaslach
Gemeinsames Getreide säen, U.Neukamm, Vorderhaslach 1, 91230 Happurg, Tel.09158-95110

Fr, 23.10.09, 19.00 Uhr 8000 km mit der Kutsche für ein gentechnikfreies Europa
Maria und Markus Schlegel, Rudolf Steiner Haus Nbg.,Rieterstr.20,Saaleingang:Heimerichstraße

So, 15.11.09, 10-16.00 Uhr Demeter-Herbsttagung für Erzeuger, Händler und Verbraucher
Vorträge und Gespräch, Bio-Essen, Nürnberg, Rieterstr. 20


Di, 17.11.09, 10.30-11.30 Uhr Bio – erste Hilfe bei Kälte und Nässe – Eintöpfe, wärmende Wunderwerke
Vortrag mit Verkostung, € 3,50, Deutscher Hausfrauenbund, Nürnberg, Winklerstr. 31, Tel. 09183, 95155

___________________________________________

Aktuelle Angebote und Gesuche

Geschäfts- und Vertriebspartner für Aloe-Vera-Produkte aus Gran Canaria gesucht
Kontakt: Sabine Linsenbühler, Tel. 09826-655622, sabine.linsenbuehler@gmx.de

Bio-Geschäfte in Rothenburg ob der Tauber und Bad Mergentheim suchen Nachfolger
Mehr Info: Irmi Jacob, Demeter-Imkerei, Tel. 09865-941 630, Jacob@Jacob-Hofmann.de

Außergewöhnliches Eis zum Verkaufen
Möchten Sie auf Festen und Märkten in sekundenschnelle frisches Eis nach den individuellen Wünschen Ihrer Kunden zubereiten und verkaufen? Eis-Zauberei W. Brasch bietet Ihnen dazu Partnerschaft, Gerät und Rohstoffe. www.eiszauberei.com, T. 033931-7240

Außergewöhnliches Eis zum selber Essen
Möchten Sie für sich und Ihre Freunde ruckzuck selber Eis machen? Eisblümerl Naturkost bietet als Neuigkeit mit Eis Duett jetzt eine vegane und glutenfreie Eisbasis für Eiskreationen an. Ein Rezeptheft und eine ausführliche Anleitung liegen bei. Ideal für alle experimentierfreudigen Genießer und alle die wissen wollen, was in ihrem Eis drin ist! www.eisbluemerl.de Tel. 567979-30

Städtische Hauswirtschafterin, zeitlich flexibel, sucht Anstellung im Bio-Bereich im Raum Nürnberg
Kontakt: E. Appel, Tel. 0911-5402754



100 € Bargeld für Ihren nächsten Urlaub! Sie werben zwei ordentliche Mitglieder (Jahresbeitrag 24,-€) oder vier Fördermitglieder (Jahresbeitrag 12,-€) und wählen Ihren Bio-Urlaub aus der Liste unserer Firmenmitglieder aus (siehe www.bio-verbraucher.de/ Bio-Urlaub oder Ausdruck per Post) und wir überweisen Ihnen 100 € gegen Zusendung der Rechnung unseres Firmenmitgliedes.

Ansprechpartner: Wolfgang Ritter, Telefon und Fax: 0911- 404827, ritter@bio-verbraucher.de









Assoziative Zusammenarbeit
Bietet der Kreditgarantieverbund eine Alternative zu Aktienemission?…

Landwirtschaft/ Handel
Bio-Pioniere in Westkanada: Biotafarm und Summerhill-Weingut...

Wissenschaft/ Forschung
- Kleinkinder essen zuviel Eiweiß
- Light-Produkte sind nicht zwangsläufig fettreduziert ...


Qualitäts- und Preisrecherchen
- Bio-Verbraucher akzeptieren höhere Preise auch in der Krise
- Niedrige Preise zwingen Milchbauern in den Ruin ...


Grüne Gentechnik
Studie von Prof. Carrasco (Argentinien) belegt Gefährlichkeit von gentechnisch verändertem Saatgut ...

Bio-Modellstadt Nürnberg
Nürnberger Hauptmarkt wurde zum dritten Mal zur Bio-Zone ...

Verbrauchermeinung
Zur Debatte der Einkommensbildung: Dr. Dr. Michael Rist, Russikon/ Schweiz, stellt ein Bedarfsdeckungsmodell vor…

Rezept des Monats
Schnelles Hokkaidocurry mit Cashewsauce und Hirse – gekocht von Cornelia Rausch bei Bio erleben am 24. Juli 2009 auf dem Hauptmarkt in Nürnberg…

Auch Sie können uns Ihre leckeren Bio-Rezepte senden