Bio-Verbraucher e.V. – Info-Brief 19/ Juli 2009


Liebe Leserinnen und Leser,


endlich haben die Gegner der grünen Gentechnik, zu denen auch der Bio-Verbraucher e.V. gehört, Gehör bei Politikern gefunden: Mitglieder der bayerischen Landesregierung erklärten, Bayern soll gentechnikfrei werden, der Nürnberger Stadtrat fordert ein gentechnikanbaufreies Europa und Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner hat die Gen-Mais-Sorte MON810 in Deutschland verboten. Aber wie nachhaltig sind solche Vorhaben, Forderungen und Erlasse?

Forschungsministerin Annette Schavan (CDU) ist mit dem Verbot Aigners nicht einverstanden: „Das Verbot nehme ich nicht so ohne weiteres hin. Mitten in einer Wirtschaftskrise setze ich besonders auf die Hochtechnologie wie die grüne Gentechnik.“ Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU), ergänzte: „Ich erwarte … ein klares Signal der Bundesregierung, dass sie den Einsatz der Gentechnik in Deutschland befürwortet.“ (NN v. 20.04.09)

Weil die Gen-Saatgut-Konzerne auch in anderen europäischen Ländern Widerstand erfahren (Frankreich, Österreich, Ungarn, Griechenland, Luxemburg), haben sie mehrere Strategien entwickelt, um ihr Ziel der Beherrschung des Welt-Lebensmittelmarktes zu erreichen. Auch die müssen wir in den Blick nehmen und uns wehren, wo es geboten erscheint.

Zu dem Strategiebündel gehört auch die Anmeldung von Patenten auf ganz gewöhnliche, seit Jahrhunderten gezüchtete Pflanzen und Tiere. Im Juli 2008 wurde z.B. ein Gentest beim Europäischen Patentamt in München angemeldet, mit dem man bei Hausschweinen jene Erbträger aufspüren kann, die für schnelles Wachstum verantwortlich sind und die außerdem dafür sorgen, dass später das Fleisch in der Pfanne nicht über die Maßen schrumpft. Es besteht die Gefahr, dass nicht nur die Anwendung des Tests bei der Zucht, sondern auch die als besonders schnell wachsend identifizierten Schweine vom Patentschutz erfasst werden. Man kann sich leicht vorstellen, wie unsere Bauern dadurch in die Abhängigkeit großer Konzerne geraten. Deshalb hat auch der Bio-Verbraucher e.V. gegen das Patent EP 1651777 Einspruch eingelegt. Unsere Devise: Kein Patent auf Leben!

Wie wir jetzt erfahren, wenden sich die Gentechnikkonzerne an Schulen, richten dort Gentechnik-Labore ein, um Lehrer und Schüler „objektiv“ über Nutzen und Risiken der grünen Gentechnik aufzuklären und dadurch zu einer „Urteilsfähigkeit“ zu führen. Die Schulen werden bei dem Projekt HannoverGEN u.a. von dem Institut für Pflanzengenetik von der Universität Hannover unterstützt.

Die Ernährungsberaterin Gudrun Kaufmann von der Gesellschaft für Gesundheitsberatung in Fränkisch-Crumbach, hatte sich gegen diese Indoktrination an Schulen mit einem Artikel in der Neuen Rheinischen Zeitung vom 04.02.2009 (Online-Flyer Nr. 183) gewehrt und erhielt eine bitterböse Antwort von der Landesregierung Niedersachsen. In einem Leserbrief stellte sie in der gleichen Zeitung am 11.03.2009 (Online-Flyer Nr. 188) die Frage, wie es gerade diesem pro Gentechnik eingestellten Institut gelingt, über sämtliche Risiken, die mit der Gentechnik verbunden sind, objektiv aufzuklären? „Wird von den Instituten der Leibniz Universität Hannover und der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, die ebenfalls in den Schulen involviert sind, die neueste französische Toxizitäts-Studie der Universität Caen (siehe auch Info-Brief 18), an die SchülerInnen und Lehrkräfte weiter gegeben?“, fragt Kaufmann.

Man sieht: den Gentechnikkonzernen sind alle Mittel recht, ihre Ziele zu erreichen. Volle Wachsamkeit ist von uns gefordert. Wir sammeln weiter Unterschriften für ein europäisches Referendum „Für ein gentechnikfreies Europa!“ (Listen zum Herunterladen auf www.bio-verbraucher.de oder per Post.) Das ist aber nicht genug. Unser eigentliches Ziel ist, die direkte Demokratie auf Bundes- und auf Europaebene zu verankern. Erst wenn neben der parlamentarischen Gesetzgebung auch die Möglichkeit der Volksgesetzgebung eingeführt ist, können wir unsere Geschicke selbst in die Hand nehmen. Mehr zur Volksgesetzgebung unter www.willensbekundung.net und www.wiege.at

Mit herzlichen Grüßen
Ihr Wolfgang Ritter


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Veranstaltungen


5., 26. Juli und 9. Aug., jeweils 11.00
Wildkräuterwanderung mit Brunch, Dauer 5-6 h, Anmeldung bei Gisela Kadegge, info@gisela-kadegge.de, T. 0911-604261

19. Juli, 13.00 Uhr
Sommerfest in der Demeter-Imkerei in Reichardsroth Honigschleudern, Jacob u. Hofmann, 91620 Ohrenbach, Reichardsroth 9 a, T. 09865-941630

24. u. 25. Juli, jeweils 10.00-20.00 Uhr
Bio erleben auf dem Hauptmarkt in Nürnberg
Anmeldung für Aussteller bei Hubert Rottner, hubertrottner@t-online.de, T.09175-471, Fax 9192
Prospekte unserer Firmenmitglieder können wir an unserem neuen Info-Stand ausstellen!


23. Aug., 11.-15.00
Kräuterernte – es wird Zeit Vorräte für den Winter einzulagern
Anmeldung bei Gisela Kadegge, info@gisela-kadegge.de, T. 0911-604261


5. Sept. bis 10. Okt. jeden Samstag ab 13.00 Uhr
Kartoffellesen zum halben Preis beim Rangabauer in Ködnitz bei Kulmbach, Tennach 3, bei schönem Wetter Kartoffelfeuer

12. u. 13. Sept.
Bay. Öko-Erlebnistage, Rangabauer in Ködnitz bei Kulmbach, Tennach 3
Familien-Kartoffellesen zum halben Preis, Kartoffelfeuer, Kartoffelgerichte, Biergartenbetrieb, Tiere auf dem Bauernhof, Bio-Bäckerei, LBV, große Spielwiese, Kinderprogramm, mehr Info: www.rangabauer.de, info@rangabauer.de, Tel. 09221-5245, Fax 09221-87437


13. Sept., 10.30-18.00 Uhr
Hoffest bei Abokiste Landgut Schloss Hemhofen, Hemhofen
Führungen, Mittagstisch und Kaffeetafel, Einkaufsmöglichkeiten, Aktivitäten, T.09195-9238380


17. Juli, 16.00 Uhr
Bio-Ausflug in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis für biologisch-dynamischen Gartenbau, Nürnberg
Exkursion in den Botanischen Garten Erlangen, Führung durch Gärtnermeister F. Altenberger, Mitfahrmöglichkeit! Abfahrt: 15.30 Uhr in Nbg., Steinplattenweg 25


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Aktuelle Angebote und Gesuche

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Möchten Sie auf Festen und Märkten in sekundenschnelle frisches Eis nach den individuellen Wünschen Ihrer Kunden zubereiten und verkaufen? Eis-Zauberei W. Brasch bietet Ihnen dazu Partnerschaft, Gerät und Rohstoffe. www.eiszauberei.com, T. 033931-7240

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100 € Bargeld für Ihren nächsten Urlaub! Sie werben zwei ordentliche Mitglieder (Jahresbeitrag 24,-€) oder vier Fördermitglieder (Jahresbeitrag 12,-€) und wählen Ihren Bio-Urlaub aus der Liste unserer Firmenmitglieder aus (siehe www.bio-verbraucher.de/ Bio-Urlaub oder Ausdruck per Post) und wir überweisen Ihnen 100 € gegen Zusendung der Rechnung unseres Firmenmitgliedes.

Ansprechpartner: Wolfgang Ritter, Telefon und Fax: 0911- 404827, ritter@bio-verbraucher.de









Assoziative Zusammenarbeit
Das Traumpaar: ökologischer Anbau und fairer Handel …

Landwirtschaft/ Handel
Naturland sieht gute Chancen für den Öko-Landbau - Er kann die Ernährung sichern und das Klima schützen...

Wissenschaft/ Forschung
- Glückliche Kühe geben mehr Milch
- Vitamine gegen Altersblindheit ...


Qualitäts- und Preisrecherchen
- Vertrauen in Bio-Produkte gerechtfertigt
- „Analog-Käse“ ist Betrug am Verbraucher und an den Bauern ...


Grüne Gentechnik
- 12 Gründe gegen Gentechnik in Lebensmitteln und Landwirtschaft
- Amerikanische Ärztevereinigung warnt vor GVO-Lebensmitteln ...


Bio-Modellstadt Nürnberg
- Stadt Nürnberg fordert gentechnikfreies Europa
- Zum dritten Mal: Bio erleben auf dem Hauptmarkt in Nürnberg am 24. und 25. Juli 2009, 10.00 – 22.00 Uhr ...


Verbrauchermeinung
Was will der Codex Alimentarius?…

Rezept des Monats
Wok-Gemüse-Reis…

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