Liebe Leser,

gehören Sie auch zu den Lohas? Das steht für „Lifestyle of Health and Sustainability”, für Menschen mit grünem Herzen und lässiger Lebensart oder wörtlicher übersetzt für Menschen, die einen Gesundheit und Ressourcen schonenden Lebensstil pflegen. Wenn „Ja“, sind Sie in bester Gesellschaft, denn „Hollywood-Stars haben ihr grünes Herz entdeckt und shoppen am liebsten umweltbewusst“, so der Untertitel eines Berichtes in den Nürnberger Nachrichten vom 13./14. Januar 2007 mit dem Titel „Im Bio-Kaufrausch“. Die Öko-Promis heißen Brad Pitt, Julia Roberts oder Cameron Diaz. Auch Charles und Camilla gehören dazu. Sie kaufen Bio-Lebensmittel, Naturkosmetik und umweltfreundliche Automobile und natürlich sind die schicken Klamotten aus schadstofffreier und fair gehandelter Baumwolle.

Die Grüne Welle läuft im angelsächsischen Sprachbereich merkwürdigerweise in der Farbe Rot: Rockstar Bono hat mit Ehefrau Ali Hewson das Projekt „Red“ erfunden. Von American Express gibt es jetzt in Großbritannien eine rote Kreditkarte, bei der 1 bis 1,25 Prozent des Jahresumsatzes an die Stiftung „Global Funds“ geht, um Projekte in Afrika zu unterstützen. Auch andere Global Player setzen auf Rot: Apple hat einen iPod Red, Armani eine Red-Sonnenbrille und Motorola ein Red-Handy. Lohas legen nicht nur Wert auf eine gesunde Lebensweise ohne sich unnötig einschränken zu müssen, sie sind auch modebewusst, kreativ und engagiert. Sie haben gerne beim Geld ausgeben ein reines Gewissen. Trendforscher Matthias Horx sieht in den Lohas „die Avantgarde des Konsums“.

Wenn diese Avantgarde dabei ist mit ihrer Kaufkraft die Welt zu verändern, wenn da ein klarer Bewusstseinswandel eingesetzt hat und wenn die Hollywood-Prominenz nur die Speerspitze einer umfassenden Bewegung ist, wie Journalisten glauben, ist auch der bei uns zu beobachtende Bio-Boom noch lange nicht zu Ende. Marktforschungsstudien veranschlagen das Marktvolumen für Loha-Produkte in den westlichen Industrienationen auf 500 Milliarden Euro. Öko-Produkte könnten einen Marktanteil von 10 bis 30 Prozent erobern.

Diese Marktforschungsstudien sind unserer Meinung nach der Grund für das Angebot von Bio-Artikeln in den Supermarktketten, denn wir können nicht glauben, dass bei allen Supermarktketteninhabern plötzlich gleichzeitig die Verantwortung für die Umwelt und die Fürsorge für ihre Mitmenschen erwacht ist. Aber es gibt sie, die Unternehmer, die gerade aus den genannten Motiven heraus auf „Bio“ umgestellt haben.

Ich, Wolfgang Ritter, habe in den vergangenen zwei Jahren mindestens zweihundert von ihnen überwiegend im Raum Nürnberg kennen gelernt. Eine großartige Erfahrung, der wirklichen Avantgarde unter den Erzeugern und Händlern im Bio-Bereich begegnet zu sein, den Menschen, die sich nicht von Gewinnsucht, sondern von ihrer sozialen Verantwortung leiten lassen. Auch für sie gibt es eine moderne Bezeichnung: social entrepreneurs (Sozialunternehmer). Auch wenn Sie es so deutlich noch nicht vor Augen hatten, die Renaturierung unserer Böden durch biologische Landwirtschaft ist für uns alle überlebenswichtig, die Erzeugung, der Vertrieb und der Verbrauch von Bioprodukten ist daher von großem volkswirtschaftlichem und natürlich auch gesundheitlichem Wert. Die Bio-Verbraucher sagen herzlichen Dank!


Einladung zur Mitgliederversammlung am Samstag, 21. April 2007, 14.30 Uhr
Bio-Verbraucher e.V., Rudolf Steiner Haus, Lesesaal, Rieterstraße 20, 90419 Nürnberg, T.0911-30735890 (Straßenbahnhaltestelle Friedrich-Ebert-Platz/ Linien 4 und 9)

Tagesordnung:

1 Kurzberichte anwesender Firmenmitglieder (Bitte lassen Sie uns wissen, wenn Sie kommen können!)
2 Tätigkeitsbericht des Vorstandes (Wolfgang Ritter)
3 Rechnungslegung (Brigitte Pukke)
4 Bericht eines Rechnungsprüfers (Peter Häberer, Veronika Himstedt)
5 Genehmigung des Jahresberichtes und der Jahresrechnung/ Entlastung des Vorstandes
6 Anregungen und Anliegen der Mitglieder (Bitte lassen Sie uns Ihre Anliegen möglichst vorher wissen!)
7 Sonstiges
8 „Bio-Ausschüttung“ (Verteilung von Bio-Produkten an unsere Mitglieder) und Bio-Imbiss

Wir freuen uns, unsere neuen Mitglieder kennen zu lernen. Bitte bringen Sie Ihren Mitgliedsausweis mit!

Mit herzlichen Grüßen
Ihre Info-Brief-Redaktion



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Info-Brief 10/ April 2007


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