Bio-Verbraucher e.V. - Info-Brief 8 / Oktober 06

Liebe Leser,

die Skandale zeigen, wie wichtig unsere Arbeit ist. Wir melden uns für die Verbraucher öffentlich zu Wort, zeigen aber auch auf, wie man sich als Verbraucher vor manchen Zeit-Erscheinungen schützen kann.

Das Weinabkommen der EU mit den USA erlaubt die Einführung amerikanischer Weine, die so gepanscht sind, dass ein deutscher Winzer sich strafbar machte, wenn er solche Weine produzierte. Es ist schlimm, dass die europäischen Agrarminister den Amerikanern dieses Zugeständnis machen mussten, damit der europäische Wein weiterhin nach USA fließen kann. Noch schlimmer aber ist, dass der Verbraucher durch die mangelhafte Auszeichnungspflicht nicht erkennen kann, was er kauft. Da hilft nur eins: Kaufe nur Wein, dessen Ursprungsland du kennst. Besser noch: Kaufe Qualitätswein aus der Region. (Sogar mit dem VGN-Ticket (Linie R 1 oder R 8) und dem „Bocksbeutelexpress“, Buslinie 109, erreicht man z.B. von Nürnberg aus das fränkische Weinparadies.) Am besten: Kaufe Bio-Wein. Wir haben für Sie eine Reihe von Winzern in Mittel- und Unterfranken besucht und uns von der Qualität ihrer Produkte überzeugt (siehe Bio-Adressen unter www.bio-verbraucher.de bei den Postleitzahlen 91483, 91484, 97334, 97337). Außerdem haben wir auf der Grünen Lust einen Demeter-Winzer aus der Nähe (PLZ 55444) als Firmenmitglied gewonnen, der, wie unsere fränkischen Winzer auch, seine Produkte gerne zusendet.

Wie ist es möglich, dass gentechnisch veränderter Reis aus China und den USA in deutschen Lebensmittelgeschäften landet, obwohl er in der EU nicht zugelassen ist? Kürzlich erhielten wir schon einmal eine Kostprobe von dem, was uns mit der von Horst Seehofer geförderten grünen Gentechnik erwartet. Der kanadische Landwirt Percy Schmeiser berichtete in Neumarkt/ OPf.: „Es gibt keine Koexistenz, keinen Sicherheitsabstand. Die Imkerei ist zerstört.“ Lesen Sie mehr dazu unter der Rubrik „5 Grüne Gentechnik“ in diesem Info-Brief. Am Samstag, 30. September, demonstrieren wir in Nürnberg mit dem „Bündnis Bayern für gentechnikfreie Natur und Landwirtschaft“. Protestzugbeginn: 11 Uhr Südseite Hauptbahnhof; Kundgebung: 12 Uhr Jakobsplatz.

In der heutigen Zeit der Massentierhaltung und der Schlachtung am Fließband ist es nicht verwunderlich, dass es zu Überproduktion und Vorratshaltung bis zum Überschreiten des Haltbarkeitsdatums kommt. Die Gewinnsucht treibt manche Unternehmer zu der kriminellen Handlung, auch dieses „Gammelfleisch“ noch verkaufen zu wollen. Man verfährt nach dem Motto: „Zum Essen taugt es nicht mehr, nur noch zum Verkaufen.“ Es stellt sich die Frage, wie viele Skandale noch nötig sind, bis die Masse der Konsumenten umzudenken beginnt. Interessant war dazu die Äußerung eines Metzgers und Fleischkontrolleurs der in den Nürnberger Nachrichten vom 09.09.06 zitiert wurde: „Ich selbst werde mehr und mehr zum Vegetarier.“ Unsere Empfehlung: Leiste dir hin und wieder etwas wirklich Gutes. Kaufe deinen Bedarf dort, wo du der Qualität vertrauen kannst, wo man dir möglicherweise sogar den Erzeuger nennen kann. Kaufe am besten im Bio-Laden oder beim Bio-Bauern, dann bist du vor Gammelfleisch ganz sicher, denn man legt Wert auf zufriedene Kunden. Unter unseren Bio-Adressen haben wir eine Vielzahl an direkt vermarktenden Fleischproduzenten – auch mit „Lieferung frei Haus“ – sowie Abo-Kisten und Bioläden.

Im letzten Info-Brief berichteten wir über alternative Treibstoffe für PKW und hofften, dass Auto- oder Flüssiggas steuerlich dem Erdgas gleichgestellt wird. Das ist inzwischen geschehen. Die Steuersätze für beide Treibstoffarten ändern sich nicht vor dem 31.12.2018, d.h. wir können noch 12 Jahre lang nicht nur umweltfreundlich sondern auch sehr günstig Auto fahren.

Veranstaltungen im Rudolf Steiner Haus, 90419 Nürnberg, Rieterstr. 20:
Sonntag, 5.11.06, 10.00-16.00: Öffentliche Demeter-Herbsttagung mit drei Vorträgen und Aussprache
Dienstag, 5.12.06, 20.00 Uhr: Vortrag von Wolfgang Troeder zum Thema: Risiken und Gefahren der Gentechnik - Auswirkungen auf Landwirtschaft und menschliche Ernährung


Neuerscheinung: DER BOGEN- Vielfältig - Gesund – Ökologisch - regionales Adressbuch mit 300 Adressen und Infos für ein ganzheitliches Leben in den Landkreisen Ansbach, Roth, Schwabach, Weißenburg-Gunzenhausen; für nur 3,70 Euro zu beziehen in Bioläden und -höfen, ausgesuchten Buchläden, Gesundheitspraxen, u.ä. sowie beim Verlag: Katrin Klemme, Rittern 7, 91741 Theilenhofen, Tel.: 09834/975880, Email: k.klemme@vr-web.de. Ausführlicher Artikel folgt im nächsten Info-Brief.

Mit herzlichen Grüßen
Ihre Info-Brief-Redaktion



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Aktuelle Themen im Oktober 2006


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