Infobrief 01 aus dem April 2005-
zu allen Themen nehmen wir gerne Ihre Berichte entgegen -
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Assoziative Zusammenarbeit

Die Sekem-Vision


Wie eine assoziative Zusammenarbeit zwischen Produzenten, Händlern und Verbrauchern international funktioniert, schildert Dr. Ibrahim Abouleish in seinem Buch „Die Sekem-Vision“, Stuttgart und Berlin 2004. Mit freundlicher Genehmigung des Mayer-Verlages bringen wir einen Ausschnitt (S. 118 ff) …>
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Landwirtschaft & Handel
Wir haben 2 Bioland-Betriebe besucht


In Nürnberg und Umgebung haben wir damit begonnen, Bio-Verkaufsstellen persönlich zu besuchen, um mit ihnen über Zusammenarbeitsmöglichkeiten zu sprechen. Dabei entstand ein Kurzprofil über zwei erste Bioland-Betriebe in Nürnberg. Wolfgang Ritter, Nürnberg, berichtet … > lesen sie mehr


Wissenschaft und Forschung
Hybridmöhren - Erfahren Sie den Unterschied

Möhre ist nicht gleich Möhre! In einem Vergleich des „Förderkreises für Umweltgesundung durch biologisch-dynamische Wirtschaftsweise e.V.“, Dachau, erfahren Sie den Unterschied von Hybridmöhren und samenfesten Möhren …
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Qualitäts - und Preisrecherchen
Bio muss nicht teuer sein

„Bio-Lebensmittel sind viel zu teuer; das kann man sich ja gar nicht leisten.“ Haben Sie das nicht auch schon mal gehört? Was Bio wirklich mehr kostet erfahren Sie hier. Wir zitieren aus „Lebendige Erde“, 1-04/ 26 …
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Grüne Gentechnik
Greenpeace: Essen ohne Gentechnik


Warum wir uns gegen Gentechnik in der Landwirtschaft und im Essen einsetzen, beschreibt in verständlicher Weise der Greenpeace Einkaufsratgeber „Essen ohne Gentechnik“. Wir bringen einen Ausschnitt aus der 6.Auflage … Aktuelle Nachrichten zur Gentechnik finden Sie auch ständig bei www.keine-gentechnik.de > lesen Sie mehr

Bio-Modellstadt Nürnberg
Bio-Modellstadt Nürnberg auf der BioFach 2005


Als Mitglied der Arbeitsgemeinschaft „Bio-Modellstadt Nürnberg“ war der Bio-Verbraucher e.V. mit am Stand. Unsere Beiträge waren: zeitweise Standbetreuung, Organisation und Ausgabe von Kostproben (Bio-Äpfel von Erlbacher, Nürnberg-Gaulnhofen, und Bio-Pizza von Hasan, Schüler-Café in der Peter-Vischer-Schule Nürnberg). Lesen Sie mehr über Ziele und Botschaften, die vom Messestand ausgehen sollten … > lesen Sie mehr


Verbrauchermeinung
Essen ohne Gentechnik - Einkaufsratgeber setzt sich durch


Lesen Sie, wie sich der Einkaufsratgeber „Essen ohne Gentechnik“ immer mehr durchsetzt … Wenn Sie ihn selbst haben wollen, bestellen Sie ihn kostenlos auf www.einkaufsnetz.org oder wenden Sie sich an Greenpeace-EinkaufsNetz, Große Elbestr. 39, 22767 Hamburg, Tel. 040-306180, mail@greenpeace.de > lesen Sie mehr

Rezept des Monats

Was man mit Weißkraut so alles machen kann! Ein leckeres Rezept mit und ohne Fleisch … Auch Sie können uns Ihre leckeren Bio-Rezepte senden






Assoziative Zusammenarbeit

Assoziation zwischen Ägypten und Europa
Auszug aus: Ibrahim Abouleish, Die Sekem-Vision – Eine Begegnung von Orient und Okzident verändert Ägypten
Suttgart und Berlin 2004

Einmal jeden Monat gibt es ein Treffen aller mit SEKEM zusammenarbeitenden Bauern im Saal der SEKEM-Akademie. Jedes Mal bietet sich dort ein eindrucksvolles Bild, wenn rund zweihundert hochgewachsene, kräftige Männer mit gewaltigen Bärten in langen Galabeyas sich erheben und oft mit Tränen in den Augen zum Ausdruck bringen, wie sehr sie sich von SEKEM getragen fühlen. In ihren schlichten, aber von Herzen kommenden Worten schwingt mit, wie sie in SEKEM ein Ideal des Wirtschaftslebens verwirklicht sehen, das auf Brüderlichkeit und nicht auf Konkurrenz und Egoismus gegründet ist.

Für einen solchen Wirtschaftsansatz genügen Idealismus und guter Wille allein nicht. Als ich noch vor meiner Rückkehr nach Ägypten mit Georg Merckens durch Italien gefahren war und die landwirtschaftlichen Höfe besucht hatte, war mir rasch klar geworden, dass eine der wichtigsten Voraussetzungen für ein erfolgreiches Wirtschaften bei allem, was ich kennen lernte, doch fehlte: das Bewusstsein für Assoziationen. Wie funktioniert eine solche Assoziation?

Alle an einem Wirtschaftsprozess Beteiligten, angefangen vom Produzenten (zum Beispiel den Bauern) über den Vorarbeiter und den Händler (Großhandel, Einzelhandel) bis zu den Konsumenten bilden eine Kette, in der die Ware weitergegeben wird. Dabei erhält das Produkt einen Mehrwert. Heutzutage ist es zumeist so, dass keiner in der Kette von den Lebens- und Arbeitsbedingungen der beteiligten Partner weiß. Diese Anonymität bewirkt, dass jeder nur sich selbst und seinen eigenen Vorteil im Auge hat und für sich in Bezug auf seinen eigenen Verdienst bei der Preisbildung den größtmöglichen Gewinn erzielen möchte. An jeder Schaltstelle der Kette wird deshalb der Preis gedrückt. Zuletzt tun dies auch die Konsumenten, die aus ihrer Unkenntnis der Produktionsvorgänge heraus meist einfach das billigste Produkt wählen.

In einer Assoziation, so wie ich sie mir vorstelle, wird nun die gesamte Mehrwertkette transparent gemacht. Sie beginnt beim Konsumenten. Er wird gefragt, in welcher Qualität er welches Produkt wünscht und was er bereit wäre, dann dafür zu bezahlen. Die Händler ihrerseits bestimmen von diesem bekannten Endpreis einen Prozentwert für sich, der abgezogen wird. Zuletzt erhält der Produzent einen Preis, der ihm auch in seinen Entstehungsbedingungen bekannt ist. Alle in der Assoziationskette Beteiligten verpflichten sich, die Preisvereinbarungen einzuhalten und dem Konsumenten das Produkt so zu liefern, wie er es wünscht. Eine Assoziation baut also auf Vereinbarungen auf, die allen Beteiligten Sicherheit geben. Die Grundlage der Assoziation ist somit das gegenseitige Vertrauen oder mit anderen Worten: ein auf Brüderlichkeit gegründetes Wirtschaften. Alle am Wirtschaftsprozess Beteiligten kennen sich und wissen, dass sie von einander abhängig sind.

Die Assoziationsketten von SEKEM sind Schritt für Schritt und immer durch persönliche Begegnungen entstanden. Hier ist an erster Stelle die freundschaftliche Beziehung zu Roland Schaette zu erwähnen, der von Anfang an bei dem Aufbau der Assoziationen mitwirkte und durch den wir immer wieder Inspirationen für weitere pharmazeutische Produkte erhielten. (S. 118 f)

Ich wollte eine Transparenz der Preisbildung bis zum Konsumenten erreichen, wie es meinem Verständnis des Begriffs einer „Assoziation“ entspricht. Natürlich konnten nicht alle Geschäftsrisiken bei der Preisbildung berücksichtigt werden, da sonst die Produkte für die Konsumenten zu teuer geworden wären. Hier musste wieder LIBRA ausgleichen. (S. 127)

Lange überlegten wir, wie die Firma LIBRA zu einem finanziellen Ausgleich kommen könnte. Wir entschieden und schließlich, eine Mühle zu bauen, schafften eine Ölpresse an, die auch Olivenöl herstellt, und kauften Trocknungsanlagen. Hans Spielberger, ein auf diesem Gebiet erfahrender Unternehmer, stand uns mit seiner langjährigen Erfahrung zur Seite. Durch die nun möglichen Veredelungsprozesse erhielten die landwirtschaftlichen Produkte einen Mehrwert, der der Firma als Gewinn blieb. (S. 130).





Landwirtschaft & Handel

So begann`s mit Bioland in Nürnberg - Gärtnerei Sippel und Bäckerei Imhof
Bericht von Wolfgang Ritter

Günther Sippel, erster Bioland-Gemüsegärtner in Nürnberg, lernte während der Ausbildung den biologischen Gemüseanbau kennen. Es gelang ihm, auch seinen Vater dafür zu gewinnen und so wurde der elterliche Betrieb bereits 1964 umgestellt. Es waren zwei Werke von Dr. Hans-Peter Rusch, die ihn den biologischen Landbau verstehen ließen: „Die Naturwissenschaft von morgen“ und „Die Bodenfruchtbarkeit“. Dr. Hans Müller, nach dessen Angaben sich die Bioland-Betriebe richten, besuchte ihn noch persönlich in hohem Alter auf seinem Hof im Knoblauchsland und gab Hinweise zur Überwindung von Kultivierungsproblemen: „Der PH-Wert muss stimmen „ (zwischen sechs und sieben), „Sie dürfen Ihre Anbauflächen nur flach bearbeiten“.

Während der Umstellungsphase und auch noch danach wurden die Ernten wie gewohnt dem Gemüse-Großmarkt angeliefert und flossen dort in den Strom der konventionell erzeugten Güter, denn einen Bio-Gemüse-Großhändler gab es damals in Nürnberg noch nicht. Es war der Arzt Dr. Christian Hagen, der von Sippels gesundem Gemüse erfahren hatte und der dafür sorgte, dass das biologisch erzeugte Gemüse auch als solches vermarktet werden konnte; er schickte nämlich seine Patienten auf den Hof in Nürnberg-Wetzendorf. Die ständig steigende Nachfrage durch die Privatkunden führte zur Einrichtung eines Hofladens mit festen Verkaufszeiten. Als die Nachfrage mit der „grünen Welle“ in den 80-er Jahren weiter zunahm, ging Sippel mit Kartoffeln und Gemüse auf den Hauptmarkt in Nürnberg. Kunden drängten ihn später dazu, seine Erzeugnisse einmal wöchentlich auch in Langwasser anzubieten (siehe alle Verkaufszeiten unter Bio-Adressen, Postleitzahl 90425).

Günther Sippel produziert auf 10 Hektar im Knoblauchsland vor den Toren Nürnbergs (davon ein Hektar unter heizbarem Hochglas) und auf 40 Hektar in der Magdeburger Börde (Sachsen-Anhalt). Alle Produkte werden mit dem Bioland-Siegel vermarktet – an Endverbraucher, aber auch an Bio-Groß- und Einzelhändler (Ebl, Denree, Zylka, Allecos). Seine treuen Kunden schätzen die Frische seiner Produkte ebenso wie die gute Qualität und die günstigen Preise.

Ende der 70-er Jahre begeisterte sich Herbert Imhof für die Idee, aktiv etwas zur Umwelterhaltung beitragen zu können. Im elterlichen Betrieb, der jetzt schon in der dritten Generation geführt wird, machte er die ersten Backversuche mit ökologisch erzeugten Rohstoffen. Zunächst verkaufte er seine Brote, Brötchen und Brezeln im Laden am Aufsessplatz. Der Erfolg dort ermunterte die Familie, Bio-Backwaren auch im Stammgeschäft in der Dürrenhofstraße anzubieten. 1982 wurde die Bäckerei Imhof zur Bioland-Vertragsbäckerei.

Um den Kundenwünschen nachzukommen wurden bald auch Bio-Gebäck, -Kuchen und -Torten angeboten und Imhof probierte erfolgreich einen Bio-Vollkorn-Elisenlebkuchen nach dem Rezept seines Großvaters aus. Heute sind 150 Artikel im Angebot, die nach Jahreszeit variieren und deren Zutaten – auch das Obst und die Gewürze – aus biologischem Anbau stammen. Für Allergiker werden Brote mit Backferment bzw. ohne Hefe angeboten. Auf künstliche Farbstoffe und Haltbarmacher wird gänzlich verzichtet, denn „was ein Brot nicht braucht, ist bei uns nicht drin“, so das Motto. Die Idee, etwas zur Umwelterhaltung beizutragen, war bald zur Unternehmensphilosophie geworden, nach der aktiver Umweltschutz auf dem Acker beginnt und die es gebietet, biologisch erzeugtes Getreide ausschließlich aus der Region zu beziehen, um Umweltbelastung durch lange Transportwege zu vermeiden. Man kauft das Getreide von Müllern, die man persönlich kennt und die auch ihre Lieferanten in der Region kennen.

Die schmackhaften Bio-Backwaren bekommt man nicht nur im Stammgeschäft und in der Filiale (siehe Bio-Adressen unter Postleitzahl 90478), sondern auch in den folgenden Bio-Verkaufsstellen: 10 Ebl-Naturkostfachgeschäfte, Traudl’s Naturkost am Aufsessplatz, Bio in Zabo, BioPlus im Nürbanum, Der Grüne Laden in der Kaulbachstraße, Lotus 2 am Unschlittplatz und Lotus 1 in der Hessestraße sowie in den Reformhäusern Marx und Reiber.





Wissenschaft & Forschung


Vergleich des „Förderkreises für Umweltgesundung durch biologisch-dynamische Wirtschaftsweise e.V.“









Qualitäts- & Preisrecherchen

Bio muss nicht teuer sein - Gezielter Einkauf und selbst kochen schont den Geldbeutel?
Auszug aus: Lebendige Erde 1-04/26 – www.LebendigeErde.de

Ernährung mit Bioprodukten kann preisgünstig sein, wenn im Haushalt ausreichend Zeit und Wissen für günstige Lebensmittelbeschaffung und Zubereitung zur Verfügung steht. Ein Modellversuch mit NiedrigverdienerInnen, über den der Bund Naturschutz Bayern in einer Meldung berichtete, ergab, dass sich auch Sozialhilfeempfänger Bioprodukte leisten können, wenn mit
Biolebensmitteln der Saison, nach den Kriterien der Vollwerternährung, selbst gekocht wird. Nach einer Emnid-Umfrage vom April 2003 liegt Bio bei 60% der Befragten im Trend, lediglich 20% haben kein Interesse an Bioprodukten. Doch der Marktanteil (derzeit 2,3%) steigt nur langsam. Als Haupthinderungsgründe werden ein zu hoher Preis und Zweifel an der Deklaration genannt. Dies müsste nicht so sein. Das Biosiegel gibt staatliche Sicherheit, und wird im Haushalt auf eine ausgewogene vollwertige Ernährung geachtet, lassen sich Mehrkosten für Bioprodukte begrenzen. Die Preisunterschiede zu Biolebensmitteln sind nicht so groß, wie man denkt. Das zeigt z.B. ein Preisvergleich vom Mai 2003 bei 10 ausgewählten Grundnahrungsmitteln (erfasst bei Milch, Butter, Eiern, Kartoffeln, Weizenmehl, Reis, Teigwaren, Brot, Kaffee, Bananen in den vom Statistischen Bundesamt ermittelten Durchschnittsmengen). Biolebensmittel im Fachhandel kosteten im Vergleich zu konventionellen Discounterpreisen 28 Cent mehr pro Person und Tag, beim Vergleich zu konventionellen Markenartikeln betrug die Preisdifferenz nur 17 Cent pro Person und Tag.

Eine vierköpfige Familie mit mittlerem Einkommen stellt den Verbrauch folgender 10 Grundnahrungsmittel von konventionell auf biologisch um: (jeweils monatliche Mengen und Ausgaben)






Differenz/Mehrpreis für BIO vs. Discount pro Monat: 33,90 € = pro Tag 1,13 € für 4 Personen = 28 Cent pro Person/Tag

Differenz/Mehrpreis für BIO vs. Markenartikel pro Monat: 19,94 € = pro Tag 0,66 € für 4 Personen = 17 Cent pro Person/Tag

Quelle: Interessensgemeinschaft für gesunde Lebensmittel, Georg Sedlmaier, tegut... Gutberlet Siftung & Co., Preiserhebung bei tegut... Stand Mai 2003/ Discount A-Artikel zu AlnaturA Bio

*Mengenangaben nach Statistischem Bundesamt 1997: Ausgaben ausgewählter Haushalte für Nahrungsmittel, Getränke, Tabakwaren





Grüne Gentechnik


Auszug aus dem Greenpeace-Einkaufsratgeber „Essen ohne Gentechnik“
Stand 17.12.04

RISIKOUNTERNEHMEN GENTECHNIK

Anders als bei der Züchtung werden im Gentechnik-Labor Artgrenzen ignoriert. Gene aus Bakterien und Viren werden in Pflanzen hineinmanipuliert, um diese unempfindlich gegen Insektenfraß oder Spritzmittel zu machen. Gene haben jedoch komplexe Aufgaben: Ein Gen kann für das Wachstum einer Tomate, aber auch noch für ganz andere Eigenschaften verantwortlich sein. Unerwartete Effekte und Nebenwirkungen können von niemandem ausgeschlossen werden. Diese neuen Pflanzen können dann wie eingeschleppte exotische Arten wirken und das ökologische Gleichgewicht zerstören. In genmanipulierten Lebensmitteln können neue Giftstoffe entstehen oder Eiweiße, die Allergien auslösen. Langzeitstudien zu Risiken von Gen-Food gibt es nicht. Da es auf der Welt eine ausreichende Menge Nahrungsmittel für alle gibt - die jedoch nicht gerecht verteilt sind -, ist keiner gezwungen, das Risiko Gentechnik einzugehen. Der einzige Nachteil: Die Gentechnik-Konzerne könnten keinen Gewinn machen.

UNKONTROLLIERTE VERBREITUNG

Einmal in die Umwelt gesetzt, sind Gen-Pflanzen nicht mehr rückholbar und breiten sich unkontrolliert aus. Etwa durch Pollenflug oder Insekten gelangt das veränderte Erbgut in herkömmliche Pflanzen. In Kanada hat sich Gen-Raps über Pollenflug fast flächendeckend ausgebreitet. Viele Ökobauern mussten den Anbau von Raps daher aufgeben. Ähnlich ist die Situation für Konsumenten. Wenn Gentechnik einmal Fuß fasst, werden Gen-Pflanzen sich auf unseren Äckern ausbreiten. Dann gibt es keine Wahl mehr: weder für Verbraucher noch für Landwirte.

SOJA ZERSTÖRT URWALD

Fleisch und Milch werden heute massenhaft und billig produziert. Dafür ist Kraftfutter für Rinder, Schweine und Hühner notwendig. Eiweißhaltige Soja ist das billigste Angebot auf dem Weltmarkt. 36 Millionen Tonnen Soja kommen jährlich nach Europa und werden hier zu 90 Prozent als Tierfutter verwendet. Um den Bedarf in den Industrieländern und die steigende Nachfrage nach Fleisch in Schwellenländern wie China zu decken, werden die Anbaugebiete für Soja in den Hauptproduktionsländern in Südamerika ständig vergrößert. Die Ausweitung des Sojaanbaus verschlingt Weideland, verdrängt den Anbau anderer Nahrungspflanzen und bedeutet die Zerstörung von Urwäldern. Dabei wird vor allem gentechnisch veränderte Soja gepflanzt, die unempfindlich gegen das Unkrautvernichtungsmittel Roundup der Gen-Firma Monsanto gemacht wurde. Greenpeace fordert: Soja nur gentechnikfrei und nicht aus Urwaldzerstörung! Und für den Verbraucher: Wenn Sie auf Fleisch nicht verzichten möchten, bevorzugen Sie Fleisch aus ökologischer Produktion.

GRUNDNAHRUNGSMITTEL MILCH

Mehr als 3 kg Milchprodukte verzehrt jeder Deutsche in der Woche. Die Kühe, die die Milch liefern, fressen nicht nur frisches Gras und Heu, sondern auch Kraftfutter wie Maiskleber und Soja. „Unsere hochwertigen Milchprodukte erfüllen die Qualitäts- und Sicherheitserwartungen der Verbraucher." So oder ähnlich wird auf kritisch nachfragende Kunden reagiert. Doch Verbraucher wollen keine Gentechnik, nicht im Essen und nicht im Tierfutter. 80 Prozent der weltweit gentechnisch veränderten Pflanzen landen im Tierfutter von Kühen, Schweinen und Hühnern, doch der Verbraucher erfährt nichts davon. Denn tierische Produkte müssen nicht gekennzeichnet werden. So wird über den Einkauf von Milch, Joghurt, Käse, Eiern und Wurst der Anbau von Gen-Pflanzen gefördert.

Die vollständige und aktualisierte Ausgabe des Greenpeace-Einkaufsratgebers können Sie unter www.einkaufsnetz.org lesen und kostenlos bestellen






Bio-Modellstadt Nürnberg

Auszüge aus: Bio-Modellstadt Nürnberg/ Standkonzept BioFach 2005
zusammengestellt von Albrecht Kaper, Christine Neidhardt, Hubert Rottner, für das UWA der Stadt Nürnberg: Dr. Werner Ebert und Catrin Wagner

Situation „Startschuss!“

Der Stand auf der BioFach ist die erste (fach-) öffentliche Präsentation des Projektes „Bio-Modell-Stadt Nürnberg“!

Ziele


Mit diesem Auftritt und der durchgängigen Präsenz auf der BioFach 2005 sollen drei zentrale Ziele erreicht werden:

1. Öffentlichkeit gewinnen
2. Regionale Akteure mobilisieren
3. (Inter-) Nationale Kontakte knüpfen

Botschaften


Die Präsentation des Projektes auf der BioFach 2005 wird unter ein Motto gestellt:"Nürnberg setzt Zeichen". Für die drei zentralen Ziele des Messeauftrittes werden jeweils entsprechende Botschaften formuliert, die von allen Beteiligten (am Stand, über Medien und durch Aktionen) kommuniziert werden sollen.

• Großes Potential an Akteuren

Wir haben eine ganze Reihe von wichtigen Akteuren im Bio-Markt und in angrenzenden Themen-Bereichen (Gesundheit, Prävention..) im Nürnberger Raum und wollen dieses in konkreten Projekten nutzen.

• Kooperation in der Region
„Bio-Modell-Stadt Nürnberg“ bringt Region und Biobranche zusammen. Wir haben gemeinsame Ziele, die wir in gemeinsamen Projekten schneller und umfassender erreichen: Förderung von Regionalität, Gesundheit, Bioprodukten, Schutz der Natur, Erhalt der Landwirtschaft, Stärkung der regionalen Akteure, Agenda 21 etc.)

• Gemeinsam auf ein Ziel
10% ist machbar! Wir möchten die Synergien und Potentiale in der Region nutzen, um den Beschluss des Nürnberger Stadtrats umzusetzen und 10% Bio-Angebot bei städtischen Einrichtungen und Veranstaltungen zu schaffen.

• Bio-Modell-Stadt Nürnberg soll Vorbild sein

Wir wollen eine Vorbildfunktion in Deutschland als Kommune einnehmen und auch andere Kommunen anregen, ähnliche Schritte zu gehen. Nürnberg regt engere Vernetzung der Biobranche an (Netzwerk Deutscher „Bio-Cities“)
Detaillierte Informationen über den aktuellen Stand des Projektes für die Gespräche am Stand und für die Umsetzung der konkreten Ziele stehen allen Beteiligten über folgende Medien und Dokumente zur Verfügung:

• Kurzbeschreibung „Bio-Modell-Stadt Nürnberg“ (UwA 12/2004)

• Bericht NN

• Sonderbeilage Plärrer





Verbrauchermeinung
 
Greenpeace-Einkaufsratgeber
Roswitha Winkelmann, Nürnberg


Beim Einkaufen in einem Bio-Supermarkt in Nürnberg sprach ich kürzlich einen Mitarbeiter an, der gerade dabei war, Milchprodukte einzusortieren. Ich selbst suchte einen bestimmten Bio-Quark und sagte ihm, dass ich nur solche Produkte kaufe, die von Kühen stammen, die nicht mit genmanipuliertem Futter gehalten werden und erwähnte den Greenpeace-Einkaufsratgeber. Da er ihn nicht kannte, bot ich ihm an, ihn beim nächsten Einkauf mitzubringen. Das tat ich und traf ihn wieder an. Er berichtete mir sogleich, er sehe immer öfter Kunden mit dem kleinen Einkaufsratgeber von Greenpeace in der Hand. Es scheint also wirklich so zu sein, dass immer mehr Menschen bewusst einkaufen, weil sie gesund leben wollen, aber vielleicht auch weil sie die Bio-Bauern unterstützen möchten, die ja selbstverständlich keine genmanipulierten Futtermittel verwenden.






Bio-Rezept des Monats


Weißkohl-Auflauf Lahana Firinda

1 Kopf Bio-Weißkraut (ca. 1Kilogramm), 2 mittlere Bio-Zwiebeln, 300 g Bio-Rinderhack oder gemischtes Hackfleisch
1⁄2 Teelöffel Salz, 1 Teelöffel Paprikapulver, scharf, 1 Teelöffel Tomatenmark, 1⁄4 l Fleischbrühe aus löslichem Konzentrat
125 g Bio-Schafskäse oder Feta, 2 Bio-Eier, 1⁄4 l Bio-Milch, etwas Butter, Semmelbrösel

Kohl vierteln, Strunk ausschneiden, die Viertel in Streifen schneiden, waschen und abtropfen lassen.

Zwiebeln schälen und sehr fein würfeln. Butter zerlassen und Zwiebeln darin bräunen. Hackfleisch dazugeben und fünf Minuten anbraten. Kohl, Salz und Paprika hinzugeben und 30 Minuten andünsten. Tomatenmark mit Fleischbrühe verrühren und darüber gießen und weitere 10 Minuten einkochen lassen.

Backofen auf 175° C vorheizen. Feuerfeste Form mit Butter ausstreichen und mit Semmelbrösel ausstreuen. Die Kohl-Hackfleischmasse in die Form füllen. Den klein geschnittenen oder geriebenen Käse darüber streuen. Milch und Eier verquirlen und darüber gießen. Etwa 45 Minuten backen.

Guten Appetit!
Gabi Schaaf, Heilsbronn

P.S. Natürlich kann man auch eine Hackfleisch-Alternative aus Soja und Gemüsebrühe statt Fleischbrühe verwenden und mit gedünsteten Möhren und/ oder Oliven ergänzen. Schmeckt auch lecker.

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oder per Postweg an

Bio-Verbraucher e.V.
Rieterstr. 20
90419 Nürnberg


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