BioFach 2018 (Bild: Wolfgang Ritter)

 



Verbrauchermeinung

Gedanken zur BioFach 2018
Hermann Willanzheimer/ Bio-Verbraucher e.V.

Die BioFach ist eine ganz normale Messe wie jede andere. Da ist nichts Besonderes zu finden, weil man, wie auf den anderen Messen, vordergründig Umsätze generieren will, und das unter dem Deckmantel eines Gutmenschentums. Man sollte sich eher Gedanken machen, warum es Messe heißt. Jahrmärkte und Kirchweihen sind nämlich ähnlich.

Was sind das für Menschen die bei der BioFach Dienst tun? Kann man von ihnen fachspezifische Dinge erfahren, z.B. wie sich Böden, Pflanzen, Tiere und die Menschen zueinander verhalten? Nein, nicht wirklich. Es hat kaum jemand einen Blick für die geistig-seelischen Zusammenhänge des Ganzen. Man ist dort und hat vielleicht auch ein gewisses Interesse, aber für meine Erfahrung keine (Fach-)Kenntnis über den zusammenhängenden Prozess eines landwirtschaftlichen oder gar eines sozialen Organismus.

Zahlen und Statistiken sind allein maßgebend heutzutage. Ich verüble es niemandem, dass er so denkt, aber wenn man die Veranstaltungen rings um die Messe verfolgt oder danach auch nur einen Zeitungsbericht liest, dann macht sich Ernüchterung breit. Denn von keiner Seite wird etwas anderes gesagt, als was nicht schon vor Jahrzehnten in die Welt hinausposaunt wurde. Beispiel: Was soll die von Beifall begleitete Rede von einem 'zukunftsfähigen Wirtschaften' denn heißen? Es kommt doch nichts als das Übliche von vor grauen Vorzeiten. Bessere Verteilung und dann doch nur Zahlenjongliererei?

Was hat denn Frau Künast, was die rot-grüne Regierung denn vorwärtsgebracht? Wir reden heute immer noch unzusammenhängend von Inhaltsstoffen in Ampelfarben auf Verpackungen, ertragen die Willkür – mit Unterstützung der Politik - der Hersteller gegenüber den Verbrauchern usw., und hofieren die Leute, wenn sie auf die Messe kommen, statt sie hinauszuwerfen oder wenigstens zurechtzuweisen.

Und die Presse macht das ähnlich, will im Grunde nur zeigen, dass sie auch die Ereignisse begleitet und – was fatal ist – sie glaubt auch noch an ihre journalistische Unfehlbarkeit. Überall also nur Machtdemonstrationen, aber kein Verständnis für die Wirklichkeit, die gefordert wäre, erkannt zu werden.

Kein Verein wie wir oder die anderen Mitstreiter werden Grundlegendes verändern können, wenn nicht das Ganze, der landwirtschaftliche und auch der soziale Organismus im objektiven Denken erfasst wird. Sonst wird man sich nur auf Spezialgebiete zurückziehen und sich als Retter der Welt empfinden. Es ist anstrengend, läuft nicht in geruhsamen Bahnen. Da müssen Fragen gestellt werden, am richtigen Ort, in der richtigen Weise, zur richtigen Zeit. Und man muss Ohren haben können, die hören.

Ich könnte noch viel weiter ausholen, aber die 'Klagen' werden sich immer um das Obige bewegen. Solange solch schöne Sachen nur mit dem Geldbeutel und mit irgendwelchen beruhigenden Statistiken verbunden bleiben, haben wir nichts in der Hand.