Konsum-Beratung in der Berufsschule 9, Nürnberg

 



Bio-Verbraucher e.V. – Info-Brief 51 / Juli 2017
(als pdf lesen)

Liebe Leserinnen und Leser,

in der Woche vom 27. – 30. April 2017 veranstaltete die Berufsschule 9 der Stadt Nürnberg für ihre etwa 2000 Schüler*innen das Projekt „Konsum“. Der Bio-Verbraucher e.V. hat mit ehrenamtlichen Helfern und Firmenmitgliedern das Projekt bei der Gestaltung der Pausenhalle mit Info-Material und –Personal sowie der Übernahme mehrerer Unterrichtseinheiten unterstützt. Einige Bio-Firmen hatten uns Bio-Kostproben zur Verfügung gestellt.

Der Vorstandsvorsitzende des Bio-Verbraucher e.V., Wolfgang Ritter, hatte in fünf Klassen das Thema „Probleme der Überflussgesellschaft und Lösungsansätze“ behandelt, dazu Bilder gezeigt und Zahlen geliefert. Die 90 Minuten Unterricht wurden in vier Klassen mit vier Fragen abgeschlossen:

  1. Welches Bild hat Sie am stärksten beeindruckt?
  2. Welche Zahl hat Sie am meisten schockiert?
  3. Was sollte sich ändern?
  4. Was wollen Sie ändern?

Die Auswertung der 70 Antwortbögen der Schüler aus vier Klassen zeigt folgendes Ergebnis:

  Schülerantworten in %
1. Negative Bilder beeindrucken stärker als positive  
a) Bilder aus der Massentierhaltung/ dem Töten männlicher Küken = 74%
b) Bio-Projekte in Afrika/ Bio-(Freiland-)Tierhaltung in Deutschland = 21%
   
2. Ganz große und ganz kleine Zahlen schockieren  
a) Massentierhaltung und Massenschlachtungen (30 Mio. Schweine, 50 Mio. Hühner und Puten in Deutschland, Clemens Tönnies = größter Schlachter in Deutschland schlachtete 17 Mio. Tiere in 2014), 1,1 Mrd. Menschen ohne Zugang zu sauberem Trinkwasser, 300.000 Selbstmorde indischer Bauern, 15.000 Liter Wasser sind nötig zur Erzeugung von einem Kilogramm Rindfleisch, 10.000 Liter für ein Kilogramm Schweinefleisch = 41%
b) Vorschriften zum Platzbedarf in der Tierhaltung (0,75 m² pro Schwein, 1 m² für 8 Legehennen oder 22 Masthühner bzw. -hähnchen), 31,5 Jahre Lebenserwartung in Malawi = 24%
   
3. Was aus Sicht der Schüler geändert werden müsste  
a) Verbot/ Vermeidung/ Abschaffung/ Reduzierung von Massentierhaltung und Tierleid = 53%
b) Mehr Umwelt- und Konsumbewusstsein/ mehr Bio einkaufen/ weniger Fleisch essen/ bessere Biohof-Förderung/ günstigere Bio-Fleischangebote = 36%
   
4. Was die Schüler selbst ändern wollen  
a) Bewusster/ mehr Bio einkaufen = 53%
b) Weniger Fleisch essen/ wenn Fleisch, dann Bio-Fleisch = 30%
   

Es gibt auch einzelne Voten, die über die genannten hinausgehen, z.B.

  • zu Frage 3: Das Bauernsterben sollte gestoppt werden, Politiker sollten Verbraucherwünsche ernster nehmen, man sollte weniger konsumieren, die Treibhausgase müssten
    reduziert werden
  • zu Frage 4: Ich will mich besser bilden, um andere von Bio überzeugen zu können, ich will Bio-Betriebe besuchen, ich will mehr Produkte aus der Region kaufen

Fazit: Mehr als die Hälfte der 70 Schüler*innen aus vier Klassen sprechen sich gegen Massentierhaltung und Tierleid aus, über die Hälfte will künftig selber mehr Bio-Produkte kaufen, fast ein Drittel will den Fleischkonsum drosseln bzw. auf Bio-Fleisch umsteigen.

Mit herzlichen Grüßen
Ihr Wolfgang Ritter