Bio-Verbraucher e.V. – Info-Brief 38/ April 2014
(als pdf lesen)

Liebe Leserinnen und Leser,

unsere politische Arbeit hat wieder einmal Früchte getragen. Zusammen mit anderen Organisationen und vielen engagierten Bürgern konnten wir die EU-Parlamentarier davon überzeugen, die Saatgut-Verordnung der Kommission zurückzuweisen. 800.000 Menschen hatten die Petition „Freiheit für die Vielfalt“ gegen die Saatgut-Verordnung unterschrieben.

Viele (Bio-)Verbraucher und Landwirte haben gebebt vor Zorn, als sich kürzlich die Bundesregierung bei der Abstimmung über die Zulassung der Genmaissorte 1507 von Pioneer/ DuPont in Brüssel enthielt. Lesen Sie mehr dazu – auch meinen Brief an den neuen Landwirtschaftsminister, Christian Schmidt aus Fürth, - in der Rubrik 5/ Grüne Gentechnik.

Ein Schlag ins Gesicht der Verbraucher bedeutete auch die EU-Entscheidung: Pollen sind "natürlicher Bestandteil" von Honig. Das bedeutet: Honig, der gentechnisch veränderte Pollen enthält, muss in Zukunft nicht mehr als solcher gekennzeichnet werden! Wir fordern jetzt: Alle Lebensmittel, wie Fleisch, Milch und Eier, die mit Hilfe gentechnisch veränderter Futterpflanzen erzeugt wurden, müssen gekennzeichnet werden! Unterzeichnen Sie den Aufruf von foodwatch: www.foodwatch.de/aktion-gentechnik

Das geplante Transatlantische Freihandelsabkommen (TTIP = Transatlantic Trade and Investment Partnership oder TAFTA = Trans-Atlantic Free Trade Agreement) wird uns weiter beschäftigen. Im März fand die vierte Verhandlungsrunde statt. Zur Frage des Zollabbaus hätten sich beide Seiten angenähert, hieß es danach. Hintergrund: Die amerikanische Industrie wünscht Ihre Umsatzzahlen für Europa zu steigern. Wir sehen die Gefahr der Aufweichung höherer europäischer Standards - Chlor-Hühnchen, Klon- und Hormonfleisch und genmanipuliertes Saatgut könnten dann auch bei uns landen. Auch europäischen Politikern gefällt nicht, dass die Verhandlungen geheim geführt werden und man kaum etwas über Inhalte erfährt. Wenn TTIP kommt, könnten amerikanische Konzerne Regierungen einzelner europäischer Länder verklagen, wenn sie glauben, dass ihnen durch deren Abwehrmaßnahmen Gewinne entgehen. Verhandlungen werden nicht vor ordentlichen Gerichten geführt sondern vor Schiedsstellen, die mit Industrieanwälten besetzt sind. Strafgelder in Milliardenhöhe drohen. Siehe auch Demo-Termin in Nürnberg auf der Startseite unter „Termine“.

Während multinationale Konzerne und die ihnen hörigen Politiker danach trachten die kleinbäuerliche Landwirtschaft auszuschalten (siehe auch meine Darstellung der „Zangen-Politik“ im Leitartikel zu Info-Brief 35/ Juli 2013), arbeiten wir Verbraucher in der Metropolregion Nürnberg daran, Kleinbauern unsere Mitverantwortung für ihre künftige Existenz in SoLaWi-Projekten (SoLaWi = solidarische Landwirtschaft) zu zeigen. Zu sechs Höfen, alle Mitglieder im Bio-Verbraucher e.V., kann man in eine besondere Beziehung treten, durch Mitgestaltung, Mitentscheidung, Mitarbeit, Mitfinanzierung. Man kann zum „Mitbauern“ werden. Die Inhaber dieser Höfe freuen sich auf das Engagement verantwortungsvoller Verbraucher und möchten gerne ihre Ernte mit ihnen teilen. Folgende Höfe bieten SoLaWi-Projekte an; man kann überall noch mitmachen:

  • Reimehof, 91241 Kirchensittenbach, Schafe, Ziegen, eigene Käserei, T. 09152-9287963 (siehe „Milchpakete“-Lieferungen in Nürnberg und Hersbruck unten unter Angebote)
  • Wildensteiner Schafhof, 86744 Steinhart, Lammfleischprodukte, T. 09082-2195
  • Demeterhof Stadler, 91161 Hilpoltstein, Milchviehbetrieb, T. 09174-491530
  • Biolandhof Dollinger, 91177 Thalmässing, Gemüse, Obst, Kartoffeln, T. 09173 78897
  • Demeterhof Walz, 92224 Amberg, Getreide, Rindfleisch, Gänse, T. 09621 470680 (siehe Hoftermin unten unter Termine)
  • Schneinderhof Ram, 92648 Vohenstrauß, Demeter-Rinder-Salami u.a., T. 09651-4148 (siehe Hofbeschreibung unten unter Rubrik 2/ Landwirtschaft und Handel)

Mit herzlichen Grüßen
Ihr Wolfgang Ritter