Der Bayerische Landwirtschaftsminister verkündet das Programm „BioRegio 2020“
20 Jahre Gentechnik-Anbau: Experte zieht vernichtende Bilanz

 



Bio-Verbraucher e.V. – Info-Brief 34/ April 2013
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Liebe Leserinnen und Leser,

wir haben Grund zu feiern, denn endlich hat der der bayerische Landwirtschaftsminister, Helmut Brunner, unsere Erkenntnis übernommen und folgt unseren Empfehlungen, die umstellungswilligen Landwirte stärker zu unterstützen. „Wir können derzeit die Nachfrage vor der Haustür nicht ausreichend mit Bio-Produkten aus Bayern bedienen“, hören wir jetzt unsere Worte mit Wohlgefallen aus seinem Munde. Die Bio-Erzeugerverbände und zivilgesellschaftlichen Organisationen, wie der Bund Naturschutz, der Bio-Verbraucher e.V., die ein Interesse an biologisch geführter Landwirtschaft haben, hatten sie ihm oft genug eingesagt. Der Minister wollte sich jetzt nicht länger der Einsicht verschließen dass es unsinnig ist, wenn wir konventionelle landwirtschaftliche Erzeugnisse exportieren, aber ökologische importieren müssen. Wir begrüßen sein millionenschweres Landesprogramm „BioRegio 2020“, mit dem Bildung, Beratung, Förderung, Vermarktung und Forschung rund um den Bio-Landbau nach vorne gebracht werden sollen. Hier einige Kernpunkte aus seinem Programm:

1. Die Öko-Landbaubetriebe (jetzt 6.500 in Bayern mit einer bewirtschafteten Fläche von 210.000 Hektar) sollen bis 2020 verdoppelt werden.
2. Eine zweite Fachschule für Öko-Landbau soll in Weilheim (Oberbayern), ein Kompetenzzentrum in Freising bei München, eine Akademie in Bamberg eingerichtet und 70 Vorzeigebetriebe für Schulungen ausgewählt werden.
3. Konventionell arbeitende Landwirte, die auf Öko umstellen wollen, erhalten höhere Zuschüsse für Investitionen in artgerechte Tierhaltung, Verarbeitung und Vermarktung ihrer Öko-Produkte.

Quelle: Nürnberger Nachrichten vom 07.02.2013

Unsere Lobby-Arbeit hat sich also gelohnt! Nun gilt es auch die Landwirtschaftsminister der anderen Bundesländer zu überzeugen, denn einzelne Bundesländer steigen aus der Förderung umstellungswilliger Landwirte einfach aus, wenn das Geld knapp wird. Und dann wird es ganz schwer – besonders für junge Öko-Landwirte, die kein eigenes Land haben, denn die Pachtpreise für Ackerland sind stark gestiegen, seit man mit Biogasanlagen zur Stromgewinnung gutes Geld verdient. Auch für Landwirte mit Land ist es oft lukrativer ihr Land für Mais-Anbau zu verpachten, der dann in Biogasanlagen landet. Die ursprüngliche Idee von Biogasanlagen, aus Reststoffen Energie zu gewinnen, wird damit konterkariert. Vgl. auch Nürnberger Nachrichten vom 11.02.2013 „Bauern können Hunger nach Bio nicht stillen“ Noch ein weiterer Erfolg, an dem wir beteiligt waren: Die Europäische Bürgerinitiative „Wasser ist ein Menschenrecht – Right2Water“ hat mehr als eine Million Unterschriften zusammengebracht. Aber in einigen EU-Ländern sind die vorgeschriebenen Quoren noch nicht erreicht. Erst dann muss sich die EU-Kommission damit befassen. Die Bürgerinitiative will sicherstellen, dass die Wasserversorgung – bisher von den Gemeinden geleistet – nicht in private Hände gelangt, die dann nur am Gewinn interessiert sind, Preise erhöhen aber Wasserleitungssysteme verkommen lassen. Quelle: Nürnberger Nachrichten vom 13.02.2013 „Iss was, Deutschland?“, ist der Titel einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Forsa im Auftrag der Techniker Krankenkasse. Die wichtigsten Ergebnisse: Nur für jeden zweiten Befragten hat das Essen noch einen hohen Stellenwert, täglich gekocht wird auch nur noch in 50 Prozent aller Haushalte und bei einem Drittel der Befragten laufen gleichzeitig zum Essen Fernseher oder PC. Essen ist zur Nebensache geworden, weil der Job immer mehr Aufmerksamkeit und Zeit erfordert. Quelle: Nürnberger Nachrichten vom 23.02.2013. Wir machen es anders! Bio-Verbraucher kaufen bewusst ein, haben Freude bei der Speisen-Zubereitung und beim Verzehr. Im Bio-Verbraucher e.V. pflegen wir eine Bio-Esskultur (siehe Einladung zur Mitgliederversammlung). Wenn Sie Ihre Familie oder Freunde mit einem pranzo (Mittagessen) oder cena (Abendessen) im Stil der „Genießernation“ Italien überraschen wollen, finden Sie dazu eine Anleitung in „Rubrik 8/ Rezept des Monats“ dieses Info-Briefes.

Mit herzlichen Grüßen
Ihr Wolfgang Ritter