Bio-Verbraucher haben überpersönliche Kauf-Motivationen

 



Bio-Verbraucher e.V. – Info-Brief 33/ Januar 2013
(als pdf lesen)

Liebe Leserinnen und Leser,

es ist schon merkwürdig, was derzeit zeitgleich geschieht:

- Die Regierung eines Wüstenstaates bemüht sich, die Sandböden mit Hilfe deutscher Bio-Berater fruchtbar zu machen. Gleichzeitig „verwüsten“ große Gebiete in Norddeutschland, weil man auf die mahnenden Worte unserer Experten nicht hört. Lesen Sie mehr dazu in diesem Info-Brief in der Rubrik „2 Landwirtschaft und Handel“.

- Fast 900 Millionen Menschen leiden weltweit an Hunger. Um dieses Problem zu lösen raten Experten nach mehrjährigen weltweiten Untersuchungen (siehe Weltagrarbericht 2008) zur Abkehr von der industriellen Agrarwirtschaft mit Monokulturen und Massentierhaltung und Gentechnik. Sie empfehlen statt dessen die Förderung kleiner und mittlerer Bauernhöfe, die ökologische Landbaumethoden anwenden. Man hört nicht auf die Experten: In vielen Regionen müssen sich Kleinbauern gegen Großgrundbesitzer und Landgrabbing wehren. Lesen Sie mehr dazu in diesem Info-Brief in der Rubrik „5 Grüne Gentechnik“.

- Noch vor wenigen Wochen kündigte Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner an, sie werde die Investitionsförderung für Stallbauten im Rahmen der „Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK) im Planungszeitraum von 2013 bis 2020 nur noch für Ställe mit besonders artgerechter Tierhaltung gewähren. Aber ihrer beherzten Ankündigung folgten laue Beschlüsse, denn sie brachte ihre Idee in die Verhandlungen mit den Bundesländern gar nicht erst ein: Es bleibt bei der alten „Regelförderung“. Zwar erhalten Betriebe mit artgerechten Haltungssystemen mit bis zu 40 Prozent der Investitionen eine doppelt so hohe Förderung wie andere Ställe, aber letztere werden nach wie vor mit 20 Prozent der Investitionskosten bezuschusst. „Damit hat Ministerin Aigner die Chance vertan anzufangen, öffentliche Gelder nur noch gebunden an spezifische Leistungen im Tier-, Umwelt- und Naturschutz zu gewähren“, kritisierte Felix Prinz zu Löwenstein, Vorstandsvorsitzender des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) in einer Presseerklärung vom 13.12.2012 (moewius@boelw.de, www.boelw.de). Wir können uns dieser Meinung leider nur anschließen; Frau Eigner folgte wohl wieder einmal den Interessenvertretern der Agrarindustrie.
In Rubrik „7 Verbrauchermeinung“ finden Sie das Umfrage-Ergebnis „Warum kaufen Sie Bio?“

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Mit herzlichen Grüßen
Ihr Wolfgang Ritter