Freunde der Malawi Waisen lassen Waisen Bio-Landwirtschaft erlernen

Verbrauchermeinung

Eine neue Bewegung der Weltbürger: Retter der Welt?

Auszüge aus einem Beitrag von Wilhelm Neurohr, erschienen in Sozialimpulse, 3/07

Wer rettet und verbessert die Welt? Das ist die Leitfrage einer Artikelserie in einem bekannten deutschen Nachrichtenmagazin, mit der Feststellung: Nicht mehr die Politik, das staatliche Rechtsleben, sorgt für die Zukunftsgestaltung, sondern die vernetzte Zivilgesellschaft mit den kulturell Kreativen. Diese bekommt jetzt massive „Konkurrenz“ und vielleicht auch Verbündete von der Wirtschaft, die dafür nicht nur ihr professionelles know-how einsetzen kann, sondern auch beträchtliche Geldmittel - sind doch die Umsätze mancher großer internationaler Konzerne größer als ganze Staatshaushalte. Der Traum von einer friedlichen und gerechten Welt bewegt anscheinend alle Ebenen der Weltgesellschaft und viele Weltbürger, doch die Motive und Ziele mögen sehr verschieden sein.

Es vergeht kein Tag, an dem nicht irgendwo in der Welt Menschen zusammensitzen, um lokale Strategien gegen soziale und ökologische Fehlentwicklungen zu beraten, gegen Armut, Hunger, Krankheit, Unmenschlichkeit oder Klimawandel. Jeder ist begabt, selber verantwortungsvoll zu leben und Verantwortung für die ganze Welt zu übernehmen, wenn man ihn nur lässt. Davon ist auch Muhammad Yunus überzeugt, der Friedensnobelpreisträger, Bankier und Kleinkreditgeber der Armen, der in der Artikelserie des Spiegel „Die Retter der Welt“ häufig als Verfechter einer neuen Ethik und Weltmoral zitiert wird. Er ist auch überzeugt, dass die herrschenden Theorien des Kapitalismus falsch sind, weil diese den Unternehmer ausschließlich als „money maker“ definieren, statt ihn als Menschen und soziales Wesen zu begreifen, der genauso gut gemeinnützige Nonprofit-Unternehmen zugunsten der Dritten Welt managen könnte: Ein sozialer Unternehmer misst seinen Profit nicht in Bilanzsummen, sondern im Erreichen richtiger und nachhaltiger Ziele wie etwa Gesundheit, Bildung, saubere Umwelt.

Neue Bündnisse im Interesse des Gemeinwohls


Wie realistisch aber ist es, dass die Wirtschaft Bündnisse eingeht mit der Gesellschaft und nicht nur Geschäfte mit ihr abschließen will? Und welchen Einfluss können die Bürger als Käufer oder Verbraucher ausüben? Gibt es genügend Menschen, die so denken und handeln und sich in Netzwerken zusammenfinden mit der Erkenntnis: „Wer, wenn nicht wir; wann, wenn nicht jetzt?“ Offenbar werden es täglich mehr, die sich als Weltbürger der Rettung der bedrohten Erde und Menschheit verschrieben haben, seitdem klar geworden ist, dass die Staaten in der globalisierten Welt ratlos sind, die Vereinten Nationen auf den wesentlichen Politikfeldern zu spät kommen und die Selbstverpflichtungen von Industrie und Wirtschaft nicht länger glaubhaft erscheinen. Die „neuen Weltbürger“ fragen deshalb nicht mehr zuerst danach, wer zuständig ist oder wie und ob die Welt gerettet werden kann, sondern danach, was sie selber dazu beitragen können auf ihrem Platz, mit ihren Mitteln, auch ohne formelle Legitimation. Es wird sehr viele solcher Menschen brauchen.

Waisen in Malawi arbeiten biologisch
Anmerkung zu obigem Beitrag von Wolfgang Ritter

Zwei Vorstandsmitglieder des Bio-Verbraucher e.V. waren im vergangenen Jahr auf eigene Kosten zur Beratung von Waisenhäusern und Kleinbauern in Malawi, einem der ärmsten Länder der Welt (siehe Bericht in Info-Brief 11/ Juli 07). Daraus ist jetzt ein Projekt geworden, in dem 50 Waisenkinder und 40 Jugendliche betreut werden. Die Jugendlichen erlernen die biologische Landwirtschaft und zusätzlich noch Schreiner oder Schneider. So wird Vieles selbst erzeugt, was man braucht und die Jugendlichen können sich später selbst ernähren. Und sie sollen Multiplikatoren werden, selber Leben rettende Projekte aufbauen und betreuen. Für die Zusammenarbeit wurden zwei Vereine gegründet: Hoffnung für Misanjo in Malawi und Freunde der Malawi-Waisen in Deutschland. Gelder, die wir für dieses Projekt erhalten, geben wir zu 100% weiter, denn alle Kosten tragen wir selber. Kontakt: www.malawi-waisen.de, freunde@malawi-waisen.de, Konto: 300 855 160, SPK Bamberg, BLZ 770 500 00